Hoch über der Altstadt thront das Heidelberger Schloss — halb prächtige Residenz, halb romantische Ruine. Kein Bauwerk erzählt die Geschichte der Stadt eindrucksvoller.
Eine Residenz der Kurfürsten
Über Jahrhunderte bauten die Kurfürsten von der Pfalz das Schloss zu einer der prächtigsten Residenzen nördlich der Alpen aus. Besonders sehenswert sind die Renaissance-Fassaden des Ottheinrichsbaus und des Friedrichsbaus — Meisterwerke ihrer Zeit.
Zerstörung und romantische Ruine
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689 und 1693) wurde das Schloss von französischen Truppen schwer zerstört. Ein Blitzeinschlag 1764 machte den Wiederaufbau endgültig zunichte. Was blieb, ist eine der schönsten Ruinen Europas — und genau die wurde im 19. Jahrhundert zum Sehnsuchtsort der Romantiker.
Das Große Fass
Im Schlosskeller steht das Große Fass — eines der größten Weinfässer der Welt mit einem Fassungsvermögen von rund 220.000 Litern. Daneben wacht die Figur des Hofnarren Perkeo, um den sich allerlei Legenden ranken.
Der Hortus Palatinus
Kurfürst Friedrich V. ließ Anfang des 17. Jahrhunderts den Hortus Palatinus anlegen — einen Barockgarten, der als „achtes Weltwunder" gefeiert werden sollte. Vollendet wurde er nie, doch die Terrassen prägen den Schlossberg bis heute.
Apotheken-Museum & Schlossbeleuchtung
Im Schloss befindet sich das Deutsche Apotheken-Museum mit historischen Offizinen und Laboren. Mehrmals im Jahr erinnert die Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk an die Brände der Stadtgeschichte — ein spektakuläres Erlebnis über dem Neckar.
Besuch & Anfahrt
Am bequemsten erreichst du das Schloss mit der historischen Bergbahn ab dem Kornmarkt. Sportliche nehmen den „Burgweg" zu Fuß. Von der Schlossterrasse hast du den schönsten Blick über die Altstadt und die Alte Brücke.
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